Der achte Pfad
Durch Selbstzucht zur Leidaufhebung
»Dies, ihr Mönche, ist die heilige Wahrheit von dem Wege zur Aufhebung des Leidens: Es ist dieser heilige Achtfache Pfad, der da heisst: rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Achtsamkeit, rechtes Sichversenken.
«Acht Schritte zur Auflösung des Lebensbegehrens werden genannt. Nach heutiger Lehrmeinung sind sie aber nicht in dieser Reihenfolge zu vollziehen, sondern in aufsteigende Gruppen einzuteilen, wobei zu beachten bleibt, dass die jeweils höheren Schritte die Ziele der niederen einschliessen. Am Beginn steht ein Grundmass an Erkenntnis, das erforderlich ist, um rechtes Reden, Handeln und Leben zur Vollendung zu bringen.
Mit dieser Vollendung steigt die Erkenntnis, so dass von den Elementen der Sittlichkeit, wie man sie nennt, zu den Elementen der inneren Sammlung übergegangen werden kann, also zu Streben, Achtsamkeit und Sichversenken. Sie wiederum sind Voraussetzung für die Eigenschaften des Wissens, also für die rechte Gesinnung und - der höchste Gewinn für die Vollendung der rechten Erkenntnis. jeder der Schritte ist zweistufig, wobei die erste Stufe den Weg für Laien weist, etwa das Darbringen von Almosen zur Erlangung weltlicher Verdienste während die zweite den Mönchen vorbehalten bleibt.
Rechte Erkenntnis bedeutet für Laiengläubige die elementare Einsicht, dass zwischen karmisch Unheilsamem und Heilsamem zu unterscheiden ist. Unheilsam, dem eigenen Heil also nicht förderlich, sind (wir bedienen uns der traditionellen Nomenklatur): das Töten von Lebewesen, das Aneignen fremden Eigentums, unzulässiger Geschlechtsverkehr, Lügen, Hinterbringen, grobe Rede, leeres Geschwätz, Habgier, Bosheit und Übelwollen. Denn in alle dem stecken die als Leidensursache aufgeführten Grundübel Begehrsucht, Hass und Verblendung.
Karmisch heilsam ist dagegen das Verwerfen des Unheilsamen. Erkenntnis auf höherer Stufe bedeutet dann das Verstehen der Vier Edlen Wahrheiten, die Buddha in der Rede von Sarnath benannte. Der Eintritt in diese zweite Stufe beginnt damit, dass der Buddhist von Unnützen Fragen Abstand nimmt und sein Augenmerk ganz auf die Erkenntnis der Wahrheiten richtet.
Dies bedeutet zugleich, dass die ersten Fesseln fallen, die den Geist beherrschen: der Hang zu Ritualen (allgemeiner: das Festhalten am Gewohnten), Skeptizismus und Persönlichkeitswahn. Letzterer kann sowohl im Ewigkeitswahn (ich besteht nach dem Tod fort) als auch im Selbstvernichtungswahn (das Ich wird nach dem Tod vernichtet) bestehen. Fortschreitende Erkenntnis geht dann einher mit dem Auflösen von Sinnengier und Groll als weiteren Fesseln des Geistes und schliesslich dem Ablegen der Fesseln an das Dasein, nämlich dem Begehren nach feinkörperlichem und unkörperlichem Dasein, ferner Dünkel, Aufgeregtheit und Nichtwissen.
Eine solch tiefgreifende Loslösung erreicht allerdings nur der „arhat“, der Heilige auf der höchsten Stufe der Weisheit, dem die Erwachung bevorsteht. Andere gelangen bis zur Phase des „Stromeintritts“, auf die nur noch wenige Wiedergeburten folgen, zur letztmaligen Wiederkehr in das Weltgeschehen oder zur Nichtwiederkehr ins Diesseits, das heisst zur Wiedergeburt in die Welt der Götter.
Weiter
© 2000 by Chainat.ch
|
Das Gästebuch wartet auf einen Eintrag von dir: Hier geht es zum Gästebuch |
|
© 1997 - 2011 All Rights Reserved by Chainat Bruno Huay Yai Banglamung Thailand Seitengestaltung von Bruno |
Sitemap